Beinahe schon ein Novum
Reviews-Das Vermächtnis,
24.05.2002
"Wir verstehen unsere Musik als eine Vertonung von
Poesie und Emotionen, die in ihrer Einheit bewegen soll - eine Sinfonie
mit dem Ziel der menschlichen Berührung", so heisst es auf der
Homepage von Sinnflut, dem Dark Wave-Projekt der beiden Brüder Manuel
und Magnus Bartsch. Treffender liesse sich das Ansinnen der Beiden nicht
formulieren, denn basierend auf den Gedichtbänden Manuel´s
ist die harmonische Verbindung von Wort und Musik eine emotionell bewegende
und melancholische, zum Teil erdrückende Ode Sinnflut´s an
die Schwermut.
Musikalisch unter Einbeziehung klassicher Instrumente zum Teil sehr minimalistisch, beziehen Sinnflut ihren besonderen Reiz aus der zur höchsten Kunstform erhobenen Ausdruckslosigkeit in der Stimme Manuel´s, nicht den Texten, die in ihrer Akzentuierung und ihrem Ausdruck nicht selten an die frühen Werke Tilo Wolff´s erinnert. Sinnflut setzen, in unserer schnellebigen Zeit beinahe schon ein Novum, die intensive Auseinandersetzung mit ihrer Arbeit voraus, und in der Tat, "Das Vermächtnis" ist keine CD, der man sich nur oberflächlich nähern sollte. Sinnflut entfalten mit ihren bis zu elf Minuten langen Kompositionen nämlich erst dann ihre volle Wirkung, wenn die Verschmelzung von Poesie und Emotion durch das Verstehen der Texte beim Zuhörer gelingt. Diese Zeit sollte man sich allerdings nehmen, denn erst dann macht die Flut der Sinne wirklich Sinn.
Quelle: www.obliveon.de