Eine Dark Wave-Oper
Reviews-GEFÜGE Teil 1&2,
14.02.2004
Die Gebrüder Bartsch kommen gleich mit zwei neuen Werken daher.
Entstanden ist ein monumentales Gesamtkunstwerk, welches die schwermütigen
Töne des Dark Waves mit einer akzentuierten Klassik verbindet. Es
scheint, als hätte sich dieses Duo eine eigene Nische geschaffen
und bittet nun die schwarzen Herzen, darin Platz zu nehmen und in eine
Welt einzutauchen, deren Düsternis in ein Kleid der Romantik gekleidet,
voller schwarzer Pracht den Hörer eine depressiv gefärbte, teils
bedrohliche Atmosphäre in die Gehörgänge transferiert.
Der Bombast als ruhig inszeniertes Kleinod voller Gefühl. Texte voller
Sehnsucht, welche mit allen Fingern tief in den Wunden der Seele rumpulen.
Sakral durchdringend die Instrumentierung, deren bestimmendes Element
das Piano darstellt. Auf diesen Wogen der Schwermut schwebt ein düster-monotoner
Gesang, der Gedanken-versinkend, leise strahlend die Hand ausstreckt,
um den Hörer hinabzuziehen in die wundervolle Welt der Dunkelheit.
Die Texte sind von durchdringenden Worten beherrscht, die sich zu Sätzen
zusammenfügen und im Gesamten die Gänsehaut durch den ganzen
Körper jagen.
Insgesamt eine Dark Wave-Oper, deren Rückführung zum traditionellen deutschen Dark Wave eine interessante Reise beherbergt. Kein lichter Moment umhüllt die Düsternis, die erdrückende Last als Mahnmal der Schwere. Versunken die Schönheit und doch auferstehend aus den Gräbern der wirren Gedanken. Depressive, verspielte Demut erzeugt Stimmungen, die im Glanz wahrer Gefühle dieses Werk zur wärmenden Decke für die verzweifelte Seele machen.
Ein tieferer Einblick in die Welt von Sinnflut liefert ein Blick auf www.traenendes-herz.com und das in Bälde erscheinende Interview. (andreas)
Quelle: www.amboss-mag.de