Dark Wave-Epen voll poetischer Texte
Reviews-GEFÜGE Teil 1&2,
17.03.2004
von Obliveon
Zeitgleich zwei Alben zu veröffentlichen, das wagen selbst etablierte Bands nur selten, und wenn es sich dann auch noch um solch schwermütige und atmosphärisch zum Teil erdrückende Kompositionen handelt wie die der Gebrüder Bartsch, dann verdient das Respekt und Anerkennung.
Wie bereits auf den Vorgängeralben zelebrieren Sinnflut auch dieses Mal minimalistisch instrumentierte, aber klassisch beeinflusste Dark Wave-Epen voll poetischer Texte und melancholischer Ausdruckskraft. Musikalisch schwelgen Sinnflut dabei in einer beinahe überwältigenden Stimmung der Hoffnungslosigkeit, reduziert auf wenige Akkorde und ohne jeglichen atmosphärischen Hoffnungsschimmer im molltönenden Klangbild der Kompositionen.
Geblieben ist der fast schon rezitative und hypnotisierende Gesangsausdruck Manuel Bartsch’s, ohne Modulation, scheinbar emotionslos und seltsam distanziert zu den Texten der Lieder. Doch gerade in dieser Distanz und dem Reiz des unvereinbar scheinenden liegt die Faszination dieser Sinnflut, die über einen kommt, einen körperlichen zu erdrücken scheint, auf der anderen Seite jedoch durch seine lyrischen Inhalte erst den bedeutungsschwangeren Sinn dieser düsteren Klangwelten enthüllt.
Sich nun beiden Alben ohne eine Pause hintereinander anzunähern ist beileibe kein leichtes Unterfangen, nimmt einen die unbeschreibliche Schwermut schnell gefangen und reduziert die emotionale Leidens- und Ausdrucksfähigkeit seiner Zuhörer auf ein absolutes Minimum. Doch wer sich diesen Stimmungen gerne hingibt, der wird in Sinnflut und dem „GEFÜGE“ seine Meister gefunden haben.
(Punkte: 9/10 - MK)
Quelle: www.obliveon.de